Zuhause: Hirsch (Friedrichshain)

Don`call it cocktailbar. 


Das Hipster-Rennrad auf dem Foto irritiert, denn genau diese Klientel ist hier sehr spärlich vertreten (eher  -> Weserstraße). Seit genau 13 Jahren existiert extrem gemütlich und unspektakulär das Hirsch etwas abseits der Warschauer Straße in Friedrichshain. Und auch die Jahre davor war es eine Kneipe, die der damalige Kellner dann einfach übernommen und ungekrempelt hat. Eine Institution, fast schon ein lebendiges Museum.

Im extrem schummrigen Innenraum erinnern zwei alte Zigarettenautomaten mit Holzverkleidung an die frühen 90er, an Zuhause, die Dorfkneipe im Ort. Am Tresen sitzen oft Stammkunden, diagonal durch den Gastraum steht eine gläserne Trennwand, dahinter kann gepafft und ebenfalls gegessen werden wie zu alten Zeiten (irgendwie unvorstellbar). Und draußen ist gestuhlt, man sitzt gut und abseits vom Simon-Dach Trubel - jeden Tag ab 16:00, gekocht wird ab halb sechs.

Wer bis hierhin gelesen hat und schon mal da war weiß, dass jetzt nicht mehr viel zu berichten ist. Und das ist auch gut so. Die Karte verspricht (auch auf englisch oder spanisch) typische Speisen einer schwäbisch-badischen Kneipe / Wirtshaus: Schnitzel, Spätzle mit Soß, Maultaschen, Linsen, Speckbrote, Flädlesuppe, Knabberkram, Salate und mehr. Dazu Rothausbier, Seezüngle-Limo und Schoppenweine nebst einfachem Rioja und Bordeaux. Die Spätzle sind nicht direkt vom Brett geschabt, das macht man besser daheim oder lässt Oma ran. Aber es schmeckt gut und es ist reichlich, man schafft die Portionen gerade soeben. Für jemanden wie mich der gerne mal aushungert und sich dann eine Mega-Portion einverleibt ideal - das machen alle so, unten am westlichen Bodensee (ungesund / kugelbauchfördernd).

Alles easy bezahlbar, mein Schnitzel+Spätzle+Salat lag bei Siebenfünzig. Essen und ein bis zwei Drinks für nen Zehner also. Ein echter Gau sind die Mundart Schwaben-Sprüche auf der Speisekarte, ich kann es nicht mehr sehen (und hören) - wir müssen uns (nach Kölsch) einen absolut schlimmen, unsexy Dialekt eingestehen der am besten da bleibt wo er ist (Fuck, jetzt muss ich doch lachen wenn ichs mir anhöre).

Erwähnenswert ist ebenfalls die hohe Anzahl an aktuellen Zeitschriften, die Nutella-Brote auf der Dessertkarte sowie die freundliche Bedienung. Es ischt eben…fast wie daheim.

M.ika

Hirsch # Kopernikusstraße 3 # 10243 Berlin # www.hirsch-friedrichshain.de

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  1. von taste-berlin gepostet