
Gibt von außen was her und macht Lust einzukehren. Das Kater Mikesch.
Hurra, endlich mal wieder ein neues Restaurant in meiner Einflugsschneise, also auf dem Nachhauseweg. Ein paar Mal bin ich schon an dem auffallenden Laden vorbeigegangen, Ostermontag war es dann soweit. Zudem wurden Wiener Schnitzel auf der Tageskarte angepriesen, und wer mich mittlerweile etwas kennt weiß, dass dies mitunter meine Leibspeise ist. Und außerdem gibt es böhmisches Bier vom Fass. Rein da…
Das Interieur ist auf den ersten Blick bunt und unkonventionell. Wer auf die ewig rustikale Einrichtung von “Heimatrestaurants” hofft wird enttäuscht. An den Wänden hängen grelle und schrille Bilder (die man kaufen kann), die Bestuhlung ist gemischt und der Tresen erinnert an Jules Vernes U-Boot. Außerdem ist der Laden echt groß, und dafür offen gestuhlt - man muss sich nicht quetschen. Weitere Beobachtungen:
- es ist Montag 16:30 (der Gastro-es-läuft-nix-Tag), der Laden schon halb voll mit Leuten
- der Wirt hinterm Tresen sieht aus wie frisch von der böhmischen Dorfdisco aus den 80ern: Ohrring, Pistolenschuhe und ein Hemd aus Miami Vice - zudem Bier trinkend und gut drauf. Vorm Tresen: Nachbarn, Freunde und die hübsche Schauspielerin Vessela
- die Servicekraft ist gleich Kumpel und preist die Ware an
- Speisekarte: zweisprachig…und macht Lust auf das, was man hier auch erwartet: Knödel, Gulasch, Suppen, Palatschinken, Bohnentopf, Salate und mehr - zudem gibt es heimische Biere und Schnaps
- die Rezepte sind allesamt von Künstlern, Omas und Freunden aus der Heimat zusammengetragen, außerdem wird ohne vorgefertigte Saucen und Geschmacksverstärker gekocht (das finden wir natürlich gut)
Kurzes Fazit: einmal muss man hingehen - auf jeden Fall. Mein (nicht auf der festen Karte enthaltenes aber teilweise Montags angebotenes) Wiener Schnitzel war prima aber etwas zu trocken, der Beilagensalat war ohne, ich wiederhole OHNE EISBERGSALAT! Dafür gibt es Sonderpunkte. Der Kartoffelsalat schmackofatz, aber etwas zu wenig. Zehner.
Das Szegediner Gulasch meiner Begleitung war ebenfalls hausgemacht, lecker und reichlich aber ebenfalls fleischmäßig etwas trocken - und massig Kümmel. Die Knödel frisch und lauwarm. Neun Euro. Geschmacklich (knapp) geschlagen von Oscars Leselounge.
Das beste war das heimische Fass-Bier dessen Namen ich vergessen habe. Davon brauche ich bald mehr, und dafür denke ich ist die Location, die sich als Bierbar vs. Restaurant versteht passend: ordentlich einen heben und nebenher Hausgemachtes einverleiben.
Unser zweiter, zahmer Kater in der Stadt ist nach Holzig jetzt der Mikesch.
M.ika
Kater Miksch # Proskauerstr. 13 # 10247 Berlin # www.kater-mikesch.com