¡Ándale! Dirty South, No hablo español, Ta’Cabrón (Friedrichshain-Kreuzberg)

Die Frage stellt sich sicherlich schon seit einiger Zeit und sehnsüchtig wird über den großen Teich geschaut: Was kommt nach der großen Sushi-, Steinofenpizza- und Burgerwelle in Berlin - welches handmade fastfood wird uns demnächst in zahlreichen, emporsprießenden Büdchen und Imbissen den Hunger stillen und den Magen füllen?

Der Weg führt in den südlichen Teil Nordamerikas - und endlich werden meine kühnsten Taco Bell Fantasien (meist) nachhaltig und individuell belohnt!

Hell Yeah! Whiskey in the jar.

Das Dirty South in der Krossener Straße schimpft sich Bar vs. Restaurant (das saloonige Interieur ist aufwendig und hebt sich von den umliegenden Flohmarktcafés und Sishatempeln ab) und bietet im authentischen Plaste-Körbchen Burritos, Quesadillas, Nachos und Tacos an. Mein Burrito war extrem gut, etwas klein und frech ausgepreist - 7 Euro sind zu investieren. Die Macher vom gegenüberliegenden Cupcake haben sich hiermit sicherlich einen Traum erfüllt (und eine private Altersvorsorge). Es ist ein “Friends-Laden”, viele Freunde und Freundesfreunde der charmanten Bedienung hängen am Tresen ab, wenn man also bestellen, Nachschlag, mehr Stoff oder bezahlen möchte muss man brüllen, betteln oder laut auf den Tisch hauen. Was neben den Cocktail-Klassikern und Maisbier fehlt: eine fette Bourbon-Karte, ich will auch ein “friend” werden und mich am Tresen volllaufen lassen!

Tijeras, piedra o papel?

Immer Mittwochs kann man in der Kopernikusstraße im No hablo español Schere Stein Papier spielen - wer gewinnt zahlt die Hälfte, wer verliert den regulären Preis. Das junge, meist freundlich-gelangweilte und manchmal überarbeitete Betreiberpärchen hat sich ebenfalls Mühe mit dem Innenausbau gegeben, zudem gibt es nur eine Handvoll Sitzgelegenheiten drinnen und draußen (-> Imbiss ≙ keine Toilette). Hier ist man mit ab 3,50 Euro für einen (basic) Burrito dabei, außerdem gibt es Tacos, Quesadillas sowie Suppen und Salate. Die Portionen sind groß genug - jedoch sollte man viel Zeit mitbringen, es dauert ewig und drei Tage wenn man in die Warteschlange gerät. Mein Burrito war ganz ok, zudem kann man zwischen sehr vielen (auch fleischlosen) Variationen wählen was ebenfalls Vegetarier (und Veganer) anspricht.

Más rápido, más alto, más fuerte!

Ganze vier Anläufe hat es gebraucht bis ich im Ta’Cabrón in der Skalitzer Straße einen Platz bekommen habe - es ist meistens berstend voll obwohl es drinnen und draussen relativ viele Sitzgelegenheiten gibt. Jetzt weiß ich auch warum: meine Quesadillas waren so gut daß ich nur wenn ich wie jetzt beim Schreiben wieder daran denke Hunger bekomme (Schulnote “eins”!) . Auch hier bezahlt man für die Hauptspeisen wie Tacos, Quesadillas oder Burritos zwischen 4 und 6 Euro - die Karte ist aber etwas üppiger ausgestattet als bei den Kollegen - und selbst die Tortilla wird frisch gemacht (!). Ganze vier Angestelle haben bei meinem Besuch für ein schnelles und exquisites Erlebnis und Ergebnis gesorgt. Beim Abrechnen wurde wie so oft die “Kreuzberger Kurtaxe” erhoben und einfach mal aus Versehen 3 Euro dazugerechnet, bei meinem spitzbübischen Hinweis gabs sofort das Geld zurück…trotzdem: Schafft den Casio-Taschenrechner ab und leistet Euch eine Kassensystem - in der bald riesengroßen Filiale in der Wühlisch Ecke Gryphius die ab Juli 2012 öffnen soll (und für die noch spanisch sprechendes Personal gesucht wird) funktioniert die Klingelbeutel-Variante nicht mehr.

Don´t call it Tex-Mex!

M.ika

Dirty South # Krossener Straße 18 # 10245 Fhain # vermutlich meist ab 17:00

No hablo español # Kopernikusstraße 22 # 10245 Fhain # so ab gegen ca. 12:00

Ta’Cabrón # Skalitzer Straße 60 # 10997 XBerg # ab kurz nach ungefähr 13:00